Die Seniorinnen und Senioren der KuSG Leimen kehren mit unterschiedlichen Resultaten, aber doch der Gemeinsamkeit an grenzwertigen Erfahrungen aus Bellinzona, Lugano und Locarno zurück.
Es sollte eine Weltmeisterschaft der Superlative werden: Mit rund 400 Teams aus über 40 Nationen sorgte die 17. Auflage der Maxibasketball-WM für einen neuen Teilnahme-Rekord. Und Deutschland stellte dabei mit 30 Mannschaften und 400 Basketball-Verrückten (Damen: 13 zwischen Ü35 und Ü65, Herren 17 zwischen Ü40 und Ü80) das drittgrößte WM-Kontingent hinter Italien und Brasilien. Diesen imposanten Zahlen der argentinisch geprägten Organisation FIMBA standen neun Tage lang schwierigste Bedingungen an den WM-Spielorten Bellinzona, Lugano und Locarno gegenüber.
Ambivalente Gefühlslage
Die Temperaturen waren in den 22 Spielhallen teilweise extrem hoch, die Besetzung des Kampfgerichts stellte fast überall ein großes Problem dar und Wasser für die tapferen Heldinnen und Helden aus der ganzen Welt wurde oft schmerzlich vermisst. Dadurch entstand bei den Aktiven, mit Trainern und Betreuern waren es 6.000 Menschen, eine ambivalente Gefühlslage. Einerseits genossen die Korbjägerinnen und Korbjäger Lebensgefühl und Landschaft im wunderschönen Tessin sowie den angrenzenden norditalienischen Regionen, andererseits ließen sich die extremen Bedingungen an den 22 Spielstätten nicht einfach ausblenden. Von der Mini-Schulturnhalle bis zur Riesen-Arena war alles dabei. Manche Orte glichen Saunen, andere sollten klimatisiert sein – und die Cornèr Arena von Lugano ist ja eigentlich eine Eissporthalle der Schweizer Kufencracks des HC Lugano mit einem Fassungsvermögen von 8.000 Zuschauern.
Damen wiederholen Platzierung
Für die KuSG-Vertreter lief es überwiegend gut. Niemand verletzte sich ernsthaft. Die Ü55-Damen durften sogar vom Halbfinale träumen, doch FIMBA Italia holte die Mädels um Kapitänin „Sanne“ Alte auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit einem Kader von 13 Spielerinnen erreichten die Nord-Süd Baskets Rang sieben – und wiederholten damit ihre Platzierung von der EM 2024 in Pesaro.

Lospech für die Ü60-Teams
Zwei der drei deutschen Ü60 Teams hatten insofern Lospech, als sie sich in hervorragend besetzten Dreier-Gruppen befanden. Die Germany Nationals – u.a. mit dem Ex-USCler Horst „Horscheck“ Wolf und den beiden Ex-KuSGlern Nicolas Perlinger und Nuno Pabst – trafen gleich auf die starken Kanadier und Brasilianer und wurden damit als Gruppenletzter weit nach hinten durchgereicht. Der exzellente Playmaker Markus Jochum reiste nach – und so konnte noch für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt werden. Mit „voller Kapelle“ über den gesamten Zeitraum wäre zweifellos mehr drin gewesen.

Auch die German Maxxis mit den Leimenern Christos Karavassilis, Kai Baldenius und „Rookie“ Axel Hauck hatten einen schweren Stand. Die Schweiz und FIMBA Italia erwiesen sich in der Gruppe als zu kompakt. Ein Sieg gegen die Briten ist – gefühlt – für die Maxxis zu wenig, doch im Endeffekt spielten eben die frühzeitige Rückkehr von Axel Hauck sowie drei Verletzte im Zwölferkader keine unerhebliche Rolle fürs Klassement.
Die Ü65-Herren mit Joachim „Jogi“ Klaehn waren hingegen nur zu neunt angereist – und blieben in sechs WM-Spielen von schwereren Verletzungen verschont. Für den EM-Siebten von Pesaro stand am Ende Rang 13 zu Buche. Vier Siege und zwei Niederlagen können sich gerade angesichts der Personalprobleme sehen lassen.

Lukrative Ziele 2026 und 2027
Nach der WM ist vor der EM: Die kontinentalen Titelkämpfe werden 2026 in der griechischen Hauptstadt Athen stattfinden. Die nächste WM 2027 geht in Fortaleza im Nordosten Brasiliens und unweit des Äquators über die Bühne. Lukrative Ziele also, die die ambitionierten KuSG-Basketballerinnen und -Basketballer in den verschiedenen Altersklassen inspirieren werden.
Und wer weiß: Vielleicht springt ja doch für die eine oder den anderen eine Medaille dabei heraus. So wie beispielsweise im Tessin für Rolf Zajonc von den Tigers der TSG Wiesloch. Der Center-Hüne stand mit seinem Ü55-Kollektiv Germany A im Spiel um Platz drei und sicherte sich durch ein 74:65 gegen Puerto Rico die Bronzemedaille. Riesensache – und Glückwunsch an Rolf!

WM-Resultate im Überblick:
Ü55 Damen: 7. Platz; Gruppenspiele: Germany Nord-Süd Baskets – Peru 48:35, Germany – FIMBA Italia 43:47; Qualifikation Viertelfinale: Germany – Ecuador 49:24; Viertelfinale: Germany – FIMBA Italia 34:57; Spiel um Platz 7: Germany – Bolivien 66:54.
Teilnehmerinnen KuSG/Basket Ladies Kurpfalz: Susanne Alte, Ariane Pfisterer, Sabine Schwarzlmüller-Lahtz, Christine Schindler-Klaehn, Katja Schneider; Coach: Joachim Klaehn.
Ü60 Herren: 25. Platz; Gruppenspiele: Germany Nationals – Kanada 43:57; Germany – Brasilien 66:73; Qualifikationsspiel: Germany – Uruguay 80:51; Spiele um Plätze 25 – 28: Germany – Litauen 65:50; Germany – Polen 66:37.
Teilnehmer KuSG: Markus Jochum.
Ü60 Herren: 35. Platz; Gruppenspiele: German Maxxis – Schweiz 37:74; German Maxxis – FIMBA Italia 40:79; Spiele um Plätze 35 – 39: German Maxxis – Großbritannien 51:40; German Maxxis – Tschechien 42:70; German Maxxis – Argentinien 38:44.
Teilnehmer KuSG: Christos Karavassilis, Kai Baldenius, Axel Hauck.
Ü65 Herren: 13. Platz: Gruppenspiele: Germany B – Serbien 40:68; Germany B – Griechenland 53:38; Germany B – Chile 59:52; Achtelfinale: Germany B – Germany A 30:59; Spiele um Plätze 13 – 16: Germany B – Österreich 74:30; Germany B – Uruguay 47:34.
Teilnehmer KuSG: Joachim Klaehn.
sbb