Mit Denise Rahm und Alexander Fuchs haben zwei Eigengewächse die Abteilungsleitung übernommen – Das Duo will die Leimener Korbjäger-Familie begeistern.
Von Joachim Klaehn
Beide neuen Abteilungsleiter der KuSG Leimen sind seit ihren Kindheitstagen ganz eng mit unserem Verein verbunden. Seit Ende des zweiten Quartals stehen mit Denise Rahm (30) und Alexander „Alex“ Fuchs (39) zwei neue Gesichter an der Spitze der Korbjäger-Familie. Das Duo tritt damit in die Fußstapfen von Stephan Rahm, der 26 Jahre lang die Geschicke lenkte und nunmehr in den KuSG-Vorstand gewechselt ist.
Wir stellen Denise und Alex in einem ausführlichen Doppelinterview vor. Ergänzt um zwei Steckbriefe, die Euch das neue Führungsgespann näherbringen sollen. Die beiden bodenständigen Machertypen verkörpern den Generationswechsel bei der KuSG, der sowohl neue Impulse als auch eine kontinuierliche Fortsetzung der bisher geleisteten Arbeit verspricht.
Denise, Alex – Ihr seid beide neu an der Spitze der Basketballabteilung. Was hat Euch motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen?
Denise Rahm: Ich habe mein Leben lang erlebt, wie mein Papa die Abteilung geleitet hat, habe schon immer selbst viel im Hintergrund geholfen und großen Spaß daran gehabt. Ich wollte das, was Papa aufgebaut hat, fortführen. Und meine Ideen neu mit einbringen, um den Verein noch besser zu machen.
Alex Fuchs: Ich bin seit meinem zehnten Lebensjahr bei der KuSG und habe dadurch wahrscheinlich schon fast jede Perspektive mitgenommen: Spieler, Schiedsrichter, Trainer – und mittlerweile auch als Vater von zwei Kindern, die selbst hier Basketball spielen. Über die Jahre ist mir die Abteilung einfach sehr ans Herz gewachsen. Als dann die Möglichkeit aufkam, gemeinsam mit Denise Verantwortung zu übernehmen und die nächsten Jahre mitzugestalten, hatte ich deshalb ziemlich schnell Lust darauf. Ich kenne viele Menschen und Strukturen, weiß aber auch, wo es noch Baustellen gibt. Und ich finde den Gedanken schön, nicht nur davon zu erzählen, wie es früher war, sondern selbst mit dafür zu sorgen, wie es in Zukunft weitergeht. Natürlich habe ich auch Respekt vor der Aufgabe. Aber wenn man schon so viele Jahre in der Halle verbringt, kann man irgendwann auch mal anfangen, die Dinge zu organisieren und mitzugestalten, wegen denen man sonst aus dem Off nur kluge Kommentare abgibt (lacht).
Welche besondere Verbindung habt Ihr beide zur KuSG?
Denise: Ich bin seit meiner Kindheit ein KuSG-Mitglied. Ich habe hier viele meiner immer noch guten Freunde kennengelernt. Ich habe schon so viel Zeit in der Sportparkhalle verbracht, es ist für mich schon wie mein zweites Zuhause. Zudem trainiere ich schon, seit ich selbst Jugendliche bin, unsere Jüngsten. Angefangen mit der U8, dann ein paar Jahre zusätzlich die U10 und mittlerweile noch die Ballschule. Ich habe also viele verschiedene Bezüge zur KuSG. Als Spielerin, Trainerin, in der Abteilungsleitung und auch als Mitarbeiterin der KuSG-Geschäftsstelle.
Alex: Bei mir ist die Antwort ziemlich einfach: Die KuSG ist seit knapp 30 Jahren ein ziemlich fester Bestandteil meines Lebens. Ich habe hier mit zehn Jahren selbst mit Basketball angefangen und bin seitdem (nach einem kurzen Ausflug zu unseren Nachbarn in Sandhausen) irgendwie hängengeblieben. Ich habe selbst gespielt, war Schiedsrichter, habe Mannschaften trainiert und bin aktuell wieder bei den Jüngsten unterwegs – erst U8, jetzt U10. Dazu habe ich mit Denise die Ballschule betreut. Und mittlerweile hat sich der Kreis irgendwie geschlossen: Meine beiden Kinder waren selbst in der Ballschule, mein Großer spielt inzwischen in der U10. Dadurch erlebe ich die KuSG inzwischen nicht mehr nur als Spieler und Trainer, sondern auch als Vater.


Denise: Aktiv auf Leute zugehen
Wir KuSG-Basketballer haben in naher Zukunft viel vor – eine ganzheitliche „Vision 2036“ soll in Schritten umgesetzt werden. Welche personellen Ressourcen und ersten Maßnahmen sind dafür notwendig?
Denise: Wir brauchen vor allem viel „Manpower“, um gemeinsam unsere Vision umsetzen zu können. Dafür suchen wir für verschiedene Bereiche Leute, die genauso motiviert sind wie wir, den Verein voranzubringen. Also heißt es jetzt aktiv auf Leute zuzugehen, ihnen von unseren Ideen zu erzählen und sie für uns und unsere vielfältige Arbeit zu begeistern.
Alex: Als Erstes brauchen wir vor allem eines: Menschen, die Lust haben, mitzumachen. Eine Vision bis 2036 klingt erst einmal weit weg und die Ziele sind auch ambitioniert – aber wenn man sie auf zehn Jahre verteilt, ist das eigentlich gar nicht so viel Zeit. Wichtig ist deshalb, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir brauchen gute Trainer, Schiedsrichter, Helfer und Menschen, die auch organisatorisch Verantwortung übernehmen. Und wir müssen es einfacher und attraktiver machen, sich einzubringen. Ich glaube, wir haben in der Abteilung sehr viele Menschen mit Ideen und Fähigkeiten. Die Kunst wird sein, diese Menschen zusammenzubringen und aus vielen einzelnen Ideen einen gemeinsamen Weg zu machen.
Eine Abteilung besteht aus Verantwortlichen, Trainern, Spielern, Schiedsrichtern, Mitarbeitenden, Helfern und Eltern. Welcher Umgang untereinander ist aus Eurer Perspektive unbedingt erstrebenswert?
Denise: Es sollte immer eine gute Kommunikation auf Augenhöhe stattfinden. Jeder sollte für jeden da sein – gegenseitige Hilfe sollte selbstverständlich sein. Respekt und Wertschätzung untereinander halte ich für einen ganz zentralen Aspekt in einer Abteilung.
Alex: Das Wichtigste ist, dass wir uns gegenseitig respektieren und nicht vergessen, dass eigentlich alle ihre Freizeit für dieselbe Sache investieren. Ob jemand am Samstag auf dem Feld steht, am Kampfgericht sitzt, pfeift, trainiert oder drei Stunden in der Halle auf sein Kind wartet – ohne all diese Menschen würde es nicht funktionieren. Und natürlich darf man sich auch mal über Dinge ärgern. Das gehört beim Basketball und allgemein zum Sport ja irgendwie dazu. Aber danach sollte man miteinander reden können. Ich wünsche mir eine Kultur, in der man Probleme offen anspricht, ohne dass daraus direkt ein Drama wird, und in der jeder das Gefühl hat, dass sein Beitrag gesehen und wertgeschätzt wird.
Alex: Bei den Kleinsten merkt man, wie wichtig Vorbilder sind
Welche Aktivitäten und Projekte möchtet Ihr rund um die ca. 24 Mannschaften anstoßen und weiterentwickeln?
Denise: Events auch neben dem Sport, nach den Spielen gemütlich zusammensitzen, etwas unternehmen, mal gemeinsam einen Wochenendausflug machen. Für Kinder/Erwachsene mehr Anlässe schaffen, um in die Halle zu kommen und Gemeinschaft zu erleben, beispielsweise gemeinsam Kürbisse zu schnitzen, Winterfeier, Turniere oder mal eine Auswärtsfahrt zu einem Bundesligaspiel zu veranstalten.
Alex: Bei 24 Mannschaften wäre ein guter erster Schritt wahrscheinlich, dass ich irgendwann wirklich alle kenne. Aber im Ernst: Ich würde gerne dafür sorgen, dass wir uns noch stärker als eine Basketballabteilung verstehen und nicht nur als 24 einzelne Mannschaften oder schlimmer noch, kleine Grüppchen innerhalb der Mannschaften. Dazu gehören für mich gemeinsame Aktionen, Turniere, Camps oder Veranstaltungen, bei denen auch mal die U8 mit der Damen- oder Herrenmannschaft in Kontakt kommt. Gerade bei den Kleinsten merkt man, wie wichtig Vorbilder sind. Wenn ein Kind in der Halle plötzlich neben einer Spielerin oder einem Spieler aus der ersten Mannschaft steht, ist das oft mehr wert als jede Motivationsrede. Und natürlich möchte ich auch Dinge weiterentwickeln, die bereits gut funktionieren. Wir müssen nicht alles neu erfinden – manchmal reicht es ja schon, die guten Sachen konsequent weiterzumachen.
Die KuSG verfügt traditionell über Aushängeschilder wie beispielsweise die erste Damen-Mannschaft. Diese wurde wegen mangelnder Finanzen aus der 2. Bundesliga zurückgezogen. Was muss geschehen, um einen Wiederaufstieg von der Regionalliga zurück in die Zweite Liga anpeilen zu können?
Denise: Wir brauchen mehr Sponsoren, die uns die Finanzierung ermöglichen und wir brauchen ein Team, dass uns hilft, den Bundesligabetrieb stemmen zu können. Mit allen Aufgaben, die dazugehören. Mehr Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Zuschauer und somit Unterstützer in die Halle zu holen.
Alex: Für einen Wiederaufstieg braucht es meiner Meinung nach drei Dinge: Sportliche Qualität, eine solide finanzielle Grundlage und Strukturen, die das Ganze auch langfristig tragen können. Wir sollten nicht wieder einen Schritt machen, bei dem wir hinterher feststellen, dass wir zwar sportlich oben angekommen sind, aber der Rest noch im Aufzug steckt. Dazu gehört auch eine starke Nachwuchsarbeit, die wir bereits auch schon seit langer Zeit gewährleisten. Wir müssen weiterhin Spielerinnen entwickeln und ihnen eine Perspektive bei der KuSG bieten können. Gleichzeitig brauchen wir Partner und Sponsoren, die den Weg mitgehen. Der Wiederaufstieg darf natürlich ein Ziel sein – aber noch wichtiger wäre mir, dass wir dann auch die Voraussetzungen haben, dauerhaft auf diesem Niveau spielen zu können.
Bestmögliche Trainingsbedingungen bieten
Was soll im Spieljahr 2026/2027 konkret im Jugendbereich passieren – an welchen Stellschrauben gilt es zu drehen?
Denise: Wir möchten den Kindern bestmögliche Trainingsbedingungen und Weiterbildung bieten, dazu möchten wir unsere Trainer weiter ausbilden, etwa mit gegenseitigem Coaching oder Trainer-Fortbildungen/Lehrgängen – und mit ihnen ein übergreifendes Trainingskonzept entwerfen.
Alex: Da ich selbst gerade wieder bei der U10 unterwegs bin, bekomme ich ziemlich unmittelbar mit, wo die Herausforderungen liegen. Für mich beginnt gute Jugendarbeit bei gut ausgebildeten und motivierten Trainerinnen und Trainern. Dazu brauchen wir vernünftige Strukturen und eine bessere Verzahnung der einzelnen Jahrgänge. Mir ist außerdem wichtig, dass wir den Kindern und Jugendlichen eine Perspektive geben. Sie sollen wissen: Wenn ich bei der KuSG anfange, gibt es hier einen Weg – von den ersten Basketballerfahrungen bis in den Erwachsenenbereich. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass bei den Kleinen der Spaß an erster Stelle steht. Nicht jedes U8-Kind muss mit acht Jahren schon wissen, ob es 2036 in der ersten Damen- oder Herrenmannschaft spielt.
Vorausblick: Wenn wir Euch in einem Jahr wieder interviewen – was sollte bis dahin passiert sein, damit Ihr beide sagt: „Das war ein richtig gutes erstes Jahr als Abteilungsleitung“?
Denise: Dass wir gemeinsam alle noch so schwierigen Situationen gemeistert haben und wir ein gutes Abteilungsleitungsteam geworden sind, das die gleichen Ziele verfolgt und für den anderen einsteht. Dass wir unsere Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreicht und nicht aus den Augen verloren haben.
Alex: Ich glaube, ich wäre zufrieden, wenn wir in einem Jahr zurückblicken und sagen können: Wir haben tatsächlich angefangen, Dinge zu bewegen – und nicht nur darüber geredet. Wenn wir ein paar Strukturen verbessert, neue Menschen für die Mitarbeit gewonnen und vielleicht die eine oder andere Idee umgesetzt haben, die vorher schon länger auf irgendeiner To-do-Liste stand, wäre das ein guter Anfang. Und natürlich wäre es schön, wenn die Abteilung noch ein bisschen enger zusammengerückt ist. Und wenn ich nach einem Jahr immer noch Spaß an der Sache habe und noch niemand aus dem Verein geflohen ist, weil Denise und ich jetzt die Abteilungsleitung sind, würde ich das ebenfalls als Erfolg verbuchen (lacht).
Im Kurzporträt
Denise Rahm
Geburtsdatum: 31. Januar 1996
Beruf: Erzieherin
Im Verein seit: 2004
Hinter den Kulissen
Spitzname: Gibt es keinen
Lieblingsgetränk: Apfelschorle
Lieblingsessen: Semmelknödel mit Soße
Lieblingsurlaub: In Kroatien am Meer
Film: Harry Potter
Musik: Bunter Mix aus verschiedenen Genres
Hobbys: Sport, Lesen, kreativ sein
Dein Vorbild im Basketball: Mein Papa, Stephan Rahm
– vom Spieler zum Trainer zum Abteilungsleiter
Dein Lebensmotto: „Stay positive“
Im Kurzporträt
Alexander Fuchs
Geburtsdatum: 4. Oktober 1986
Beruf: Vertriebsingenieur
Im Verein seit: Puh … etwa seit 1996
Hinter den Kulissen
Spitzname: Alex
Lieblingsgetränk: Root Beer
Lieblingsessen: Burger
Lieblingsurlaub: Amerika
Film: Space Jam
Musik: Hip-Hop, R’n’B, Reggae
Hobbys: Boston Celtics
Dein Vorbild im Basketball: Paul Pierce
Dein Lebensmotto: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“

